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Kreis Düren

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Neue Studie zeigt touristische und ökonomische Potenziale des Indesees

dwif-Untersuchung ordnet Chancen für Tourismus, Wertschöpfung und regionale Entwicklung ein – Angebote müssen zur Region und ihren Menschen passen

Der künftige Indesee kann zu einem zentralen Freizeit- und Wirtschaftsstandort im Rheinischen Revier werden. Das zeigt eine neue Studie des dwif, die jetzt (17. Juni) im Rahmen des indeland-Forums 2026 „Unsere Region, unsere Zukunft“ in der Europaschule Langerwehe vorgestellt wurde. Rund 140 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Tourismus, Wirtschaft, Regionalentwicklung und Zivilgesellschaft kamen dabei zusammen, darunter mehrere Bürgermeister, der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel sowie zahlreiche weitere politische Vertreterinnen und Vertreter aus der Region.

Dr. Ralf Nolten, Landrat des Kreises Düren, erinnerte an die Anfänge des indelands und den frühen Impuls aus den Kommunen, aus dem Tagebau Inden einen See zu entwickeln. In den vergangenen Jahren seien auf dieser Grundlage zahlreiche Planungen, Leitbilder und Beteiligungsformate entstanden. Dabei sei es immer auch darum gegangen, aus den Erfahrungen anderer Regionen zu lernen und mögliche Fehler nicht zu wiederholen. „Jetzt kommt es darauf an, die notwendigen Flächen für die Umsetzung zu sichern“, sagte Nolten. Nur wenn Zuständigkeiten und Zugriffsmöglichkeiten geklärt seien, könnten aus den Planungen konkrete Projekte werden.

Entwicklung gemeinsam gestalten

Die Studie „Touristische und ökonomische Effekte durch den Indesee“ untersucht die touristischen und ökonomischen Effekte, die durch die Entwicklung des Indesees entstehen können. In Vorträgen und Gesprächen wurde zugleich deutlich: Die Entwicklung rund um den Indesee wird als gemeinsames Zukunftsprojekt verstanden und kann nur gelingen, wenn sie von den Menschen in der Region mitgetragen wird.

Der gastgebende Bürgermeister Moritz Pelzer betonte die Rolle Langerwehes als Eingangstor zum indeland. „Mit unserem Bahnhof haben wir eine besondere Ausgangslage“, sagte Pelzer. „Unser Anspruch ist aber, mehr zu sein als ein Durchreiseort. Wir wollen Angebote schaffen, die Gäste zum Ankommen und Verweilen einladen, gleichzeitig aber auch die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde weiter verbessern.“ Gleichzeitig stärke eine hohe Lebensqualität die Region als Wohn- und Arbeitsstandort: Fachkräfte entscheiden sich zunehmend für Orte, an denen nicht nur gute Jobs, sondern auch attraktive Freizeit-, Natur- und Erholungsangebote vorhanden sind.

27 Millionen Menschen im Einzugsgebiet

Im Mittelpunkt steht der geplante Indesee, dessen Flutung ab 2030 beginnt. Sein Potenzial ist beträchtlich: Im Einzugsgebiet von bis zu 120 Minuten Fahrzeit leben rund 27 Millionen Menschen. Damit verfügt der Indesee über ein außergewöhnlich großes Nachfragepotenzial, insbesondere für Tagesausflüge, Naherholung, Aktivtourismus und perspektivisch auch für Übernachtungsreisen.

„Unsere Analyse zeigt ein beträchtliches touristisches und ökonomisches Potenzial“, sagte Heiko Rainer, Geschäftsführer des dwif, bei der Präsentation der Studie. „Ob und wie dieses Potenzial wirksam wird, hat jede Kommune ein Stück weit selbst mit in der Hand.“

Nach den Berechnungen des dwif kann die touristische Nachfrage im indeland deutlich wachsen. Für 2040 werden rund 450.000 Übernachtungen und 5,8 bis 6,7 Millionen Tagesreisen prognostiziert. Für 2060 werden rund 1,25 Millionen Übernachtungen und bis zu 8,5 Millionen Tagesreisen als möglich angesehen. Die touristischen Bruttoumsätze könnten von rund 148 Millionen Euro im Basisjahr 2023 auf bis zu 421 Millionen Euro im Jahr 2060 steigen.

Tourismus braucht regionale Identität

Prof. Dr. Bernd Eisenstein, Direktor des Deutschen Instituts für Tourismusforschung, betonte in seinem Vortrag die Bedeutung eines regional abgestimmten Vorgehens und einer starken Kooperationsbereitschaft. Es reiche nicht, Angebote im indeland sichtbar zu machen; die Region müsse auch halten, was sie Gästen verspreche. Zugleich müsse die touristische Entwicklung zur Identität der einheimischen Bevölkerung passen. „Eine touristische Marke ist nur dann glaubwürdig, wenn sie zur Selbstwahrnehmung der Menschen vor Ort passt“, sagte Eisenstein.

Die dwif-Berechnungen basieren auf Annahmen zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur und zur Qualität der Angebote. Dazu zählen unter anderem Hotels, Ferienparks, Camping- und Wohnmobilstellplätze, Gastronomie, Rad- und Wanderwege sowie eine attraktive Mobilitätsanbindung.

Potenzial braucht Infrastruktur und Zusammenarbeit


„Die Zahlen sind kein Selbstläufer, sondern ein Auftrag“, betont Christian Rast, Geschäftsführer der indeland GmbH. „Der Wertschöpfungszuwachs entsteht nur, wenn aus Planungen konkrete Projekte werden. Wir brauchen gute Verkehrsverbindungen, attraktive Orte am Wasser, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie und Angebote, die das indeland als Ganzes erlebbar machen. Die Kommunen spielen dabei eine aktive Rolle.“

Die Studie zeigt, dass alle sieben indeland-Kommunen von der Entwicklung profitieren können – nicht nur die unmittelbaren Seeanrainer. Entscheidend ist, den Indesee als Teil eines vernetzten regionalen Gesamtangebots zu entwickeln: mit starken Orten am Wasser, guten Verbindungen in die Region, ergänzenden Angeboten in den Kommunen und Bezügen zu weiteren Zukunftsräumen wie Hambachsee und Sophienhöhe.

Menschen vor Ort als Botschafter


Für Sabine Spohrer, Geschäftsführerin des indeland Tourismus e. V., ist deshalb auch die Willkommenskultur ein zentraler Erfolgsfaktor. „Wir haben in der Region eine starke Geschichte des Wandels zu erzählen – und genau darin liegt unser Alleinstellungsmerkmal“, sagte Spohrer. „Die Menschen vor Ort sind dabei unsere wichtigsten Botschafterinnen und

Botschafter. Das Bewusstsein dafür, dass unsere Geschichte auch für Gäste interessant ist, muss aber noch wachsen.“

Für die kommenden Jahre sieht die indeland GmbH deshalb eine doppelte Aufgabe: Zum einen sollen frühe Projekte Vertrauen in die Perspektive des Indesees stärken. Zum anderen wollen die Gesellschafterkommunen den Dialog mit den Menschen in der Region vertiefen und weitere Erfahrungen, Erinnerungen und Ideen aus der Bevölkerung aufgreifen.

Die Studie „Touristische und ökonomische Effekte durch den Indesee“ wurde von der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH beim dwif in Auftrag gegeben. Die Erstellung wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des STARK-Programms gefördert.

Die Studie ist auf der Website der indeland GmbH veröffentlicht und steht dort zum Download bereit.

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