Schutz vor Hochwasser
Ihre Bedeutung zeigte sich besonders bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021. Im Verbund mit weiteren Anlagen des Wasserverbands Eifel-Rur konnte die Urfttalsperre die Spitze der Hochwasserwelle deutlich abschwächen und so die unterliegenden Regionen im Rurtal vor noch größeren Schäden bewahren.
Beim Festakt im historischen Jugendstilkraftwerk Heimbach betonte Umweltminister Oliver Krischer: „Talsperren gewinnen angesichts zunehmender Wetterextreme weiter an Bedeutung. Sie helfen, Hochwasserrisiken zu reduzieren und gleichzeitig die Wasserversorgung in Dürrezeiten zu sichern.“
Dr. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur, bezeichnete die Urfttalsperre als „Generationenbauwerk“, das auch mehr als ein Jahrhundert nach seiner Errichtung seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stelle. Zugleich sei es Auftrag, die Anlage an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.
Um die Infrastruktur klimaresilient weiterzuentwickeln, werden Betriebskonzepte kontinuierlich angepasst. Neue Hochwasserrückhaltebecken werden geplant. Auch die Machbarkeit neuer Talsperren wie der Platißbachtalsperre oder die Erweiterung der Perlenbachtalsperre werden derzeit geprüft.
Die zwischen 1900 und 1905 erbaute Urfttalsperre mit ihrer 58 Meter hohen Staumauer fasst rund 45,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Neben ihrer technischen Funktion ist sie heute auch ein wichtiger Impulsgeber für Tourismus und regionale Entwicklung. Landrat Dr. Ralf Nolten betonte: „Die Urfttalsperre ist weit mehr als ein technisches Bauwerk. Sie stiftet Identität, zieht viele Besucherinnen und Besucher an und ist zu einem entscheidenden Entwicklungsmotor für die Region geworden.“ Ohne sie gäbe es heute weder den Nationalpark, noch attraktive Wanderwege rund um das Bauwerk. Die Stromgewinnung im Jugendstilkraftwerk erleichtert den Alltag der Menschen seit Genrerationen erheblich, so der Landrat. Vor allem aber schützt sie das Dürener und Jülicher Land vor den früher so gefürchteten Überschwemmungen der Eifelflüsse.

